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16. Juni 2018 - Die Anna-Göldi-Stiftung überreicht in einer schlichten Feier den diesjährigen Anna-Göldi-Preis der sichtlich berührten Preisträgerin Mariella Mehr.

unglaublich jenisch

Die Feier wurde umrahmt von den Klängen des Duos Erich Eicher & Patrick Waser, mit Musik aus "unglaublich Jenisch", welche aufzeigt, dass die trad. Schweiz. Volksmusik auch aus jenischen Trieben besteht. Gefühlvoll und lüpfig kam die Musik doch beim Publikum an.

  RR Kaspar Becker
Laudatio

Nach einleitenden Worten von Museumsleiter Fridolin Elmer, einer ausführlichen Laudatio der Schriftstellerin Barbara Traber über das Leben und Werk von Mariella Mahr sowie der Grussbotschaft von Regierungsrat Kaspar Becker wurde der Preis an die Preisträgerin verliehen.

Preisverleihung

Mariella Mahr erhält den Anna-Göldi-Menschenrechtspreis für Ihr literarisches Schaffen und insbesondere Ihr Wirken und Engagement für die Rechte der Minderheit der Jenischen.

 

Die Anna-Göldi-Stiftung zeichnet mit ihrem Menschenrechtspreis Menschen aus, welche entweder Opfer von Unrecht und Willkür wurden oder die sich für Menschenrechte und gegen Justiz- und Behördenwillkür einsetzen.

Mariella Mehr
Mariella Mehr

Mariella Mehr verkörpert beides: Die 1947 als Tochter von Fahrenden geborene Mehr wurde ihren Eltern vom Pro Juventute -„Hilfswerk für Kinder der Landstrasse“ weggenommen. Sie musste danach eine richtiggehende Odyssee in Heimen, Erziehungs-, Strafanstalten und Kliniken über sich ergehen lassen.

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Doch Mehr stemmte sich gegen ihr Schicksal. Sie verwandelte ihre Demütigungen und Verletzungen in ein beispielloses Engagement für Minderheiten (namentlich für die Jenischen), sei dies als kämpfende Politaktivistin oder als Literatin. Wiederholt erhob sie ihre starke Stimme mit ungeheurer bis ungeheuerlicher Wortgewaltigkeit gegen das damalige Unrecht sowie gegen die Misshandlung von Frauen und Kindern in heutiger Zeit. Diesen Kampf um Gerechtigkeit anerkennt die Anna-Göldi-Stiftung mit ihrer Preisvergabe. Die Anna-Göldi-Stiftung setzt damit auch ein Zeichen gegen das Vergessen: Sie soll an all jene Kinder erinnern, die ihren Eltern weggenommen wurden und in Heimen oder als Verdingkinder oft ein hartes Schicksal erfahren mussten und die heute noch darunter leiden.

Die Preisverleihung findet am Samstag 16. Juni 2018 um 10 Uhr im Anna Göldi Museum in Glarus/Ennenda statt. Der öffentliche Anlass steht in Verbindung mit dem Andenken an Anna Göldi, die als "letzte Hexe" am 13. Juni 1782 in Glarus hingerichtet wurde.

Bisherige Träger des Anna-Göldi-Menschenrechtspreises:

  • 2009: Prof. Luzius Wildhaber, langjähriger Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Strassburg
  • 2011: Amira Hafner, Religionswissenschaftlerin
  • 2015: Turi Honegger (Verdingkind, Journalist), Ursula Müller-Biondi (administrativ versorgt, Menschenrechtsaktivistin)
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