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Gütesiegel für das Anna-Göldi-Museum

Die Anna-Göldi-Stiftung erhält prominente Unterstützung. Und sie rückt ihrem Ziel immer näher: Das neue Museum wird am 20. August seine Tore öffnen.

Freude herrscht bei den Mitgliedern der Anna-Göldi-Stiftung: Pro Helvetia unterstützt das künftige Anna-Göldi-Museum in Glarus/Ennenda mit 80 000 Franken. Eine hochkarätige und kritische Fachjury der eidgenössischen Kulturstiftung hat die Museumspläne genau unter die Lupe genommen und das anspruchsvolle Vorhaben für unterstützungswürdig befunden. Dies ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, weil Pro Helvetia seine Gelder generell sehr sorgsam und gezielt einsetzt sowie hohe qualitative Massstäbe setzt. So wird von Projekten verlangt, dass sie neue kulturelle Akzente setzen, besonders innovativ sind und von gesamtschweizerischem Interesse sind. Die Stiftung betrachtet den namhaften Beitrag der Pro Helvetia als grosse Anerkennung für ihre Aufbauarbeit, und schreitet mit der Realisierung des Museums zügig voran. Die Finanzierung für die Realisierung des Museums ist nun weitestgehend gesichert. Der offene Restbetrag ist teilweise ebenfalls in Aussicht gestellt. Zudem wird demnächst – als eigentliche Schlussoffensive – eine öffentliche Sammelaktion durchgeführt werden.

Am 18./19. August wird das Museum mit internen Feiern für Gönner, Sponsoren, Ausstellungsmacher, Förderer und Freunde eröffnet werden.
Ab 20. August ist die Ausstellung für die Bevölkerung geöffnet. 

Anna Göldi Museum

Museumsleitung und neues Mitglied gewählt

Unterstützung erhält die Stiftung nicht nur finanziell sondern auch personell. Und dies von einer prominenten Stadt-Glarnerin. So konnte die ehemalige Gemeindepräsidentin (und Stadtführerin) von Glarus, Andrea Trümpy für die Mitarbeit in der Stiftung gewonnen werden. Der Stiftungsrat hat zudem einen weiteren wichtigen personellen Entscheid getroffen. Er hat die Betriebsführung des Museums und die Umsetzung der Marketing-Massnahmen Fridolin Elmer, der in Glarus Nord als Gemeinderat unter anderem für die Kultur zuständig ist, übertragen. Da im künftigen Museum der Thematik der Menschenrechte ein grosser Platz eingeräumt wird, liegt die Zusammenarbeit mit in diesem Bereich engagierten Institutionen ebenfalls in seiner Zuständigkeit.

 

 


 

Wie aus Medienberichten hervorging, findet zurzeit in Rom ein Anna Göldi-Musical statt. Ein weiteres wird im Sommer 2017  in Neuhausen SH aufgeführt.

Zu beiden Musicals bekommen wir von der Anna Göldi-Stiftung viele Anfragen. Dazu möchten wir folgendes festhalten: Mit den Musicals in Rom und im Kanton Schaffhausen haben wir grundsätzlich nichts zu tun und sind auch in keiner Weise dafür verantwortlich.

Dennoch stehen wir diesen Aktivitäten positiv gegenüber. Sie zeigen, wie zugkräftig und beliebt das Thema insbesondere auch ausserhalb unseres Kantons ist und dass die historische Figur Anna Göldi die Leute heute noch fasziniert. Darum nutzen wir dieses breite Interesse auch am Ort, wo Anna Göldi lebte und hingerichtet wurde.

Der Standort für das Anna-Göldi-Museum mit nationaler und sogar internationaler Ausstrahlung ist darum ideal. Diese Chance gilt es im Interesse des Kantons wie auch der Standortgemeinde Glarus zu nutzen. Das Göldi-Museum im Hänggiturm wird im Spätsommer 2017 eröffnet.

 

«Rund­schau»-Mo­de­ra­tor San­dro Brotz (47) spricht im «Glar­ner­hof» über sein In­ter­view mit dem sy­ri­schen Dik­ta­tor Ba­schar el As­sad – und be­ant­wor­tet Fra­gen des Pu­bli­kums.

von Martin Meier (SO)

Ausverkauft müsste es heissen, wenn der Eintritt nicht gratis gewesen wäre. Die Anna-Göldi-Stiftung hat sich zum Ziel gemacht, sich unentgeltlich, zusammen mit Amnesty International, für die Menschenrechte einzusetzen: mit Protagonisten, die dasselbe tun. Mit Aushängeschildern wie «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz, der sich nicht erst seit dem Interview mit dem syrischen Diktator Baschar el Assad einen Namen geschaffen hat. Der Journalist beschäftigt sich seit Längerem mit dem Justizmord an Anna Göldi: «Einem Thema, das ins Schulbuch der Schweiz gehört», ist Brotz überzeugt, der sich aber vor allem mit den Menschenrechten der heutigen Zeit auseinandersetzt. Kein Bildschirm trennt das Publikum am Donnerstag im «Glarnerhof» von jenem Mann, der vor Kurzem einem Kriegsverbrecher die Hand schüttelte. 100 000 Tote, Millionen auf der Flucht, das ist die vorläufige Bilanz des Massakers in Syrien. «Alles lief wie im Film ab» «Es ist etwas völlig anderes, vor der Kamera zu stehen, als vor Publikum zu sprechen.»

 

TV-Profi: «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz (rechts) wird befragt von Fridolin Elmer – und dem Publikum. Bild Sasi Subramaniam

Brotz erzählt, wie das Interview mit dem Diktator zustande kommt, wie er nach Damaskus reist, in der bewachten Residenz ankommt, in welcher der Machthaber schon wartet. «Plötzlich öffnete sich die Tür – und alles lief wie im Film ab.» Brotz steht im Blitzlichtgewitter – vor Assad. Die Nervösität weicht erst, als er ihm die Hand schüttelt. Die Begrüssung sei von syrischen Fotografen und Kameraleuten festgehalten worden. «Ich wollte nicht, dass sie die ‘Rundschau’ ausstrahlt.» Den Glarnern zeigt er sie trotzdem. Auch private Bilder: vom Markt beispielsweise. Brotz erzählt, wie die Menschen versuchen, damit Normalität herzustellen. «Obwohl niemand etwas kaufte, wurden die Stände täglich frisch aufgestellt. Für einmal ist es dann nicht der Fernsehmoderator, der die Fragen stellt, sondern das Glarner Live-Publikum. «Nein: Ich durfte Assad jede Frage stellen. Abgemacht war nur, dass das Gespräch in seiner ganzen Länge ausgestrahlt wird», antwortet er dann zum Beispiel.

Brotz wird wiederkommen: zum Skifahren nach Braunwald und zur Landsgemeinde 2017. «Moment – den 7. Mai muss ich mir jetzt gleich aufschreiben.»

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